MigraTours - Einwanderungsgeschichte erleben

Wo finden sich Spuren der Migration und welche Einwanderungsphänomene sind typisch für Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier? Das zeigen die neuen QuattroPole Erkundungsfahrten unter dem Titel "MigraTouren".

Rundfahrten zu Orten der Migration

Migration

Die MigraTouren laden ein, wichtige Orte der Einwanderungsgeschichte in den vier QuattroPole-Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier zu entdecken. Entwickelt wurden sie vom Städtenetz QuattroPole in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Verein Geographie ohne Grenzen und der Saarländischen Landeszentrale für politische Bildung. Im September fanden zwei Testfahrten großen Zuspruch unter rund 100 Teilnehmern.

Die MigraTouren erklären, wie Einwanderung und Grenznähe die QuattroPole-Städte geprägt haben. Die Bedeutung von ehemaligen Gastarbeitern und Aussiedlern, aber auch von EU-Bediensteten und internationalen Studierenden wird thematisiert. Dabei zeigen sie die bis heute sichtbaren Spuren der Migration und machen vor Ort die typischen Einwanderungsphänomene der einzelnen Städte anschaulich. Im Vergleich verdeutlichen sie, wie die gemeinsame Migrationsgeschichte die vier Städte verbindet.

Spuren der Geschichte

Berbau im Saarland Bergbau prägt die Region

„Anhand von symbolischen Orten wollen wir Geschichten und Geschichte erzählen“, betont Veronika Kabis, Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros der Landeshauptstadt Saarbrücken (ZIB) und der QuattroPole-Arbeitsgruppe Migration, Partizipation, Citoyenneté. „Dazu nehmen wir die Teilnehmer mit in Stadtteile, die fernab der touristischen Route liegen. Wir wollen an den Erinnerungsorten Interesse an Hintergründen wecken und neue Blickwinkel eröffnen, auch auf sogenannte Problemviertel.“

Im Frühjahr haben Migrationsexperten aus den QuattroPole-Städten bei einem Workshop gemeinsam die Ideen für die Rundfahrten gesammelt und das Konzept ausgearbeitet. Im kommenden Jahr werden sie die Exkursionsangebote insbesondere für Schülerfahrten weiter entwickeln. Wissenschaftliche Beiträge der beteiligten Fachleute von vier Universitäten werden das Konzept der MigraTouren in den nächsten Monaten zusätzlich vertiefen.

Saarbrücken – „Stein, Stahl, Studium“

MigraTour in Saarbrücken Erste MigraTour am Ludwigsplatz in Saarbrücken.

Die Spurensuche in Saarbrücken steht unter dem Titel „Stein, Stahl, Studium“. Das Burbacher Hüttengelände steht symbolisch als Ort der Arbeitsmigration, wo Zuwanderer einen wichtigen Beitrag zur industriellen Blüte des Landes geleistet haben.

Rund um den Ludwigsplatz wird sichtbar, welchen Einfluss ausländische Architekten und Steinmetze an Saarbrücker Kunstdenkmälern hinterlassen haben und weshalb Kunst und Kultur auch heute wichtige Orte der Integration sind. Und schließlich wird gezeigt, weshalb Saarbrücken als attraktive Universitätsstadt für Studierende aus aller Welt gilt.

Luxemburg – „Hochfinanz und Zimmermädchen“

Boulevard in Luxembourg Boulevard in Luxembourg

In Luxemburg erwartet die Teilnehmenden ein Kontrastprogramm. Unter dem Motto „Hochfinanz und Zimmermädchen“ zeigt die Exkursion die Realität eines Landes, in dem ohne Zuwanderung die Räder schon lange stillstehen würden: Der Finanzsektor ist so international, dass hier Englisch die Arbeitssprache ist. Gleichzeitig sind Arbeitsmigrant/innen aus dem Dienstleistungsbereich, dem Bau oder dem Hotel- und Gaststättengewerbe nicht wegzudenken. Geschichte und Gegenwart werden zugleich in den Blick genommen.

Trier – „Innovation und Tradition"

Simeonstraße Trier Simeonstraße Trier

In Trier heißt es „Innovation und Tradition“. Bei einer Führung durch das Stadtmuseum Simeonstift und einem Rundgang durch die Innenstadt wird Kurator Prof. Frank Hirschmann zeigen, wie der Pioniergeist von Migranten in der Geschichte der Stadt Trier immer wieder für Neuerungen gesorgt hat. 

Metz – „Migration und die Gestalt der Stadt"

Citadelle in Metz Citadelle in Metz

In Metz schließlich geht es um „Migration und die Gestalt der Stadt“. Borny ist ein typisches französisches Vorstadtviertel, das heute Mühe hat, sich vom Makel gescheiterter Integration zu befreien. Und doch findet sich auch hier mancherorts eine ungeahnte Idylle und zwischenmenschliche Nähe. Auch in der Metzer Altstadt finden sich zahlreiche Spuren der Migration in einer Architektur, die das Gesicht der Stadt prägt.

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