MigraTours - Einwanderungsgeschichte erleben

Wo finden sich Spuren der Migration und welche Einwanderungsphänomene sind typisch für Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier? Das zeigen die QuattroPole Erkundungsfahrten unter dem Titel "MigraTouren". Gruppen können die Besichtigungstouren buchen und sich selbst auf Spurensuche machen.

Rundfahrten zu Orten der Migration

Migration

Die MigraTouren laden ein, wichtige Orte der Einwanderungsgeschichte in den vier QuattroPole-Städten Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier zu entdecken. Entwickelt wurden sie vom Städtenetz QuattroPole in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Verein Geographie ohne Grenzen und der Saarländischen Landeszentrale für politische Bildung.

Die MigraTouren erklären, wie Einwanderung und Grenznähe die QuattroPole-Städte geprägt haben. Die Bedeutung von ehemaligen Gastarbeitern und Aussiedlern, aber auch von EU-Bediensteten und internationalen Studierenden wird thematisiert. Dabei zeigen sie die bis heute sichtbaren Spuren der Migration und machen vor Ort die typischen Einwanderungsphänomene der einzelnen Städte anschaulich. Im Vergleich verdeutlichen sie, wie die gemeinsame Migrationsgeschichte die vier Städte verbindet.

Spuren der Geschichte

Berbau im Saarland Bergbau prägt die Region

„Anhand von symbolischen Orten wollen wir Geschichten und Geschichte erzählen“, betont Veronika Kabis, Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros der Landeshauptstadt Saarbrücken (ZIB) und der QuattroPole-Arbeitsgruppe Migration, Partizipation, Citoyenneté. „Dazu nehmen wir die Teilnehmer mit in Stadtteile, die fernab der touristischen Route liegen. Wir wollen an den Erinnerungsorten Interesse an Hintergründen wecken und neue Blickwinkel eröffnen, auch auf sogenannte Problemviertel.“

In einem Workshop haben Migrationsexperten aus den QuattroPole-Städten gemeinsam die Ideen für die Rundfahrten gesammelt und das Konzept ausgearbeitet. Das Exkursionsangebote ist insbesondere für Schülerfahrten buchbar. Auch andere Gruppen können die vier Exkursionen oder einzelne Touren durchführen. Das Städtenetz stellt je nach Sprache und Stadt verschiedene Experten für die Führung bereit. Informationen über den Ablauf und die genauen Konditionen erteilt das ZIB Saarbrücken. Wissenschaftliche Beiträge der beteiligten Fachleute von vier Universitäten werden das Konzept der MigraTouren im Rahmen einer Publikation zusätzlich vertiefen.

Saarbrücken – „Stein, Stahl, Studium“

Die Spurensuche in Saarbrücken steht unter dem Titel „Stein, Stahl, Studium“. Das Burbacher Hüttengelände steht symbolisch als Ort der Arbeitsmigration, wo Zuwanderer einen wichtigen Beitrag zur industriellen Blüte des Landes geleistet haben.

Rund um den Ludwigsplatz wird sichtbar, welchen Einfluss ausländische Architekten und Steinmetze an Saarbrücker Kunstdenkmälern hinterlassen haben und weshalb Kunst und Kultur auch heute wichtige Orte der Integration sind. Und schließlich wird gezeigt, weshalb Saarbrücken als attraktive Universitätsstadt für Studierende aus aller Welt gilt.

Luxemburg – „Hochfinanz und Zimmermädchen“

In Luxemburg erwartet die Teilnehmenden ein Kontrastprogramm: die Realität eines Landes, in dem ohne Zuwanderung die Räder schon lange stillstehen würden. Der Finanzsektor ist so international, dass hier Englisch die Arbeitssprache ist. Gleichzeitig sind ArbeitsmigrantInnen aus dem Dienstleistungsbereich, dem Bau oder dem Hotel- und Gaststättengewerbe nicht wegzudenken. Geschichte und Gegenwart werden zugleich in den Blick genommen.

Trier – „Innovation und Tradition"

In Trier heißt es „Innovation und Tradition“. Bei einer Führung durch das Stadtmuseum Simeonstift und einem Rundgang durch die Innenstadt wird gezeigt, wie der Pioniergeist von Migranten in der Geschichte der Stadt Trier immer wieder für Neuerungen gesorgt hat. 

Metz – „Migration und die Gestalt der Stadt"

Die Geschichte der Einwanderung in Metz hängt eng mit der Stadtentwicklungsgeschichte zusammen. Borny ist ein typisches französisches Vorstadtviertel, das heute Mühe hat, sich vom Makel gescheiterter Integration zu befreien. Und doch findet sich auch hier mancherorts eine ungeahnte Idylle und zwischenmenschliche Nähe. Auch in der Metzer Altstadt finden sich zahlreiche Spuren der Migration in einer Architektur, die das Gesicht der Stadt prägt.

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