Innovative IT-Lösungen für Städte und Kultur

„Kultur und Technologie“ und „Smart Cities“ sind die Themen der zweiten QuattroPole-Hochschulkonferenz, die am Montag, 15. November, im Centre Pompidou-Metz stattfindet.

Wissenschaftler der Hochschulen in Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier und Experten aus den Stadtverwaltungen präsentieren von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr Beispiele aus Praxis und Forschung und diskutieren mit Studierenden und Experten aus ganz Europa. Vorgestellt werden dabei unter anderem die Online-Plattform „Venice Connected“, der Trierer Bürgerhaushalt und virtuelle Angebote von Museen und Archiven.

Kooperation mit Hochschulen und Städten

Ziel der Konferenz ist es, die Vernetzung der Hochschulen grenzüberschreitend zu fördern. Interdisziplinäre Kooperationen von Verwaltung und Forschung sollen aufgezeigt werden. „Schon bei der ersten Konferenz im letzten Jahr haben wir Studenten mit aktuellen Forschungsprojekten und konkreten Problemstellungen aus unseren Städten in Kontakt gebracht und Felder der Zusammenarbeit aufgezeigt“, erläutert Detlev Goetz von der Abteilung e-City der Stadt Luxemburg. „Unser Ziel ist es, dass die Forschung den Bürgern zugute kommt. Dabei sind die Verwaltungen wichtige Schnittstellen. Passend zum Centre Pompidou-Metz haben wir dieses Jahr einen neuen Schwerpunkt gelegt.“

Virtuelle Museumsrundgänge

Der erste Teil der Konferenz stellt IT-Lösungen zur Bewahrung, Präsentation und Vermarktung von Kunst und Kultur in den Fokus: In seinem Vortrag „Städtische Kultur in virtuellen Räumen“ zeigt der Informatiker und Kulturwissenschaftler Martin Schreiber von der Universität des Saarlandes, wie städtische Institutionen ihre Angebote für das Publikum auf neuen Wegen verfügbar machen und damit ihre Attraktivität steigern können. Beispiele sind virtuelle Ausstellungsrundgänge von Museen, Online-Kataloge für den Zugriff auf die Bibliothek oder die Digitalisierung des Schriftguts von Archiven.

Florence Durand, Vorsitzende von Villes Internet, berichtet über die digitale Nachbildung von Kulturorten. Neue Zugangswege zu Kunst und Kultur mittels neuer Technologien werden nicht zuletzt am Beispiel des Centre Pompidou-Metz selbst erklärt. Auch Prof. Dr. Christoph Lürig von der Fachhochschule Trier geht auf das Thema in seinem Vortrag „Was ist ein Computerspiel?“ ein.

Smart Cities: Beispiel Venedig

Den zweiten Themenkomplex „Smart Cities“ leitet Giorgio Prister, Präsident der „Major Cities of Europe – IT Users Group“, eine Vereinigung europäischer Großstädte, zu deren Mitgliedern auch die Landeshauptstadt Saarbrücken zählt. Zusammen wollen sie Kommunen mit Hilfe von IT leistungsfähiger machen. Giorgio Prister stellt die Online-Plattform „VENICE CONNECTED“ vor, auf der Touristen online ihre Reise planen und schon von zu Hause aus Karten für Museen, Sehenswürdigkeiten und öffentliche Verkehrsmittel kaufen können. Dank der gesammelten Informationen kann die Stadtverwaltung von Venedig die Touristenströme besser durch die Innenstadt leiten.

E-Democracy mit Bürgerhaushalt

Bürgerbeteiligung und E-Democracy sind die Ziele des Trierer Bürgerhaushalts, den  der zuständige Koordinator der Stadt Trier, Toni Loosen-Bach, vorstellt. Im letzten Jahr hat Trier den ersten Bürgerhaushalt einer Kommune in Rheinland-Pfalz umgesetzt: Unter dem Motto „Bürgerhaushalt mitgestalten“ hat die Stadt den Bürgern per Internet die Möglichkeit gegeben, über Einnahmen und Ausgaben mitzubestimmen, bevor der Haushalt vom Stadtrat verabschiedet wurde. Bürger erhalten auch dieses Jahr wieder auf einer Online-Plattform die Möglichkeit, Maßnahmen vorzuschlagen, zu kommentieren und zu bewerten. Thomas Engel von der Stadt Luxemburg stellt abschließend das Smart-City Projekt „Luxemburg goes smart“ vor.

Forschung und Kultur

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl beschränkt. Die Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Eine Simultanübersetzung ist den ganzen Tag über gewährleistet. Die Teilnehmer erhalten die Gelegenheit das Centre Pompidou-Metz zu besichtigen. Eine verbindliche Anmeldung ist online unter www.quattropole.org/smartcities möglich.

22.07.2010

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